Fördermittel für Digitalisierung

Fördermittel für Digitalisierung – diese Programme unterstützen KMU

Die digitale Transformation birgt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Chance, Geschäftsprozesse zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Allerdings sind die finanziellen Ressourcen für Digitalisierungsprojekte in vielen Betrieben knapp bemessen. Zum Glück gibt es gerade für KMU zahlreiche Programme, die Fördermittel für Digitalisierung bereitstellen. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten vor.

Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite bzw. Darlehen in Kooperation mit Förderbanken – das sind die gängigsten Fördervarianten für Digitalisierungsvorhaben im Mittelstand.  Entsprechende Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Länderebene sollen es KMU ermöglichen, auf digitale Prozesse und Produkte umzustellen und Know-how bezüglich der digitalen Transformation zu erlangen. Fördermittel für Digitalisierung gibt es meist für die Anschaffung von Hard- und Software sowie für Beratungsleistungen. Gefördert werden je nach Programm sowohl spezifische Vorhaben als auch allgemeine Schritte in Richtung Digitalisierung.

Förderfähige Digitalisierungsvorhaben können beispielsweise die Einführung von ERP-Software, eine durchgängige Digitalisierung der Auftragsabwicklung, die Migration und Portierung von IT-Systemen und Anwendungen, die Verbesserung der IT-Sicherheit oder die Entwicklung ganz neuer digitaler Lösungen und Plattformen sein.

Hinsichtlich der Fördervoraussetzungen und der Fördersummen unterscheiden sich die zahlreichen Förderprogramme teils erheblich. Dieser Beitrag trägt die Informationen der Förderer zusammen und ermöglicht so einen Überblick über die Digitalisierungs-Förderungen für KMU.

Förderprogramme der Bundesländer

Die folgende Übersicht listet die wichtigsten Förderprogramme der Bundesländer mit Bezug zur Digitalisierung auf. In aller Regel können nur Unternehmen, die ihren Sitz oder eine Betriebsstätte im jeweiligen Bundesland haben, Fördermittel für Digitalisierung aus diesen Programmen erhalten.

Baden-Württemberg

Digitalisierungsprämie

Was wird gefördert?
Fördermittel gibt es für konkrete Projekte zur Einführung neuer digitaler Lösungen sowie zur Verbesserung der IT-Sicherheit, wie zum Beispiel:

  • Implementierung 3D-Druck
  • Einführung einer umfassenden Digitalisierungsstrategie
  • Mitarbeiterschulungen, sofern sie mit der Anschaffung von IKT-Hard- und Software zusammenhängen

Wer wird gefördert?
KMU aller Branchen mit bis zu 100 Mitarbeitern, die am Standort Baden-Württemberg aktiv sind.

Art und Höhe der Förderung
Fördermittel für Digitalisierung können für Vorhaben gewährt werden, deren Kosten zwischen 10.000 und 100.000 Euro liegen. Dies geschieht über ein Darlehen der L-Bank (10.000 bis 100.000 EUR), für das die Unternehmen einen Tilgungszuschuss erhalten.

Informationsquellen
wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/digitalisierungspraemie

www.l-bank.de/produkte/wirtschaftsfoerderung/digitalisierungspramie.html


Bayern

Digitalbonus (noch bis 31.12.2020)

Was wird gefördert?

  • Entwicklung, Einführung oder Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen, durch IKT-Hardware, IKT-Software sowie Migration und Portierung von IT-Systemen und IT-Anwendungen
  • Entwicklung von auf das Unternehmen abgestimmten IT-Sicherheitslösungen oder die dahingehende Umstellung einer Standardlösung

Gefördert werden Ausgaben für Leistungen externer Anbieter einschließlich der zur Umsetzung der Maßnahme notwendigen Hardware und Software.

Wer wird gefördert?

KMU der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte im Freistaat Bayern, wo die geförderte Maßnahme auch zum Einsatz kommen muss.

Art und Höhe der Förderung

  • Beim “Digitalbonus Standard” gibt es einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro. Der Fördersatz beträgt bei kleinen Unternehmen bis zu 50 Prozent und bei mittleren Unternehmen bis zu 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
  • Beim “Digitalbonus Plus” gibt es einen Zuschuss von bis zu 50.000 Euro für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt. Bei kleinen Unternehmen beträgt der Fördersatz bis zu 50 Prozent, bei mittleren Unternehmen bis zu 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
  • Darüber hinaus haben KMU die Möglichkeit, für ihr Vorhaben zusätzlich oder alternativ zu den Digitalboni einen “Digitalkredit” zu beantragen. Hierbei handelt es sich um ein zinsverbilligtes Darlehen mit der Möglichkeit einer Förderung von 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Informationsquellen
www.digitalbonus.bayern/foerderprogramm

lfa.de/website/de/foerderangebote/innovation/weg/Digitalkredit/index.php

Berlin

Berlin Mittelstand 4.0

Was wird gefördert?
Die Anwendung von Industrie 4.0-Lösungen und die Digitalisierung von Produktion und Service. Dazu gehören:

  • Errichtungs- und Erweiterungsinvestitionen
  • dazugehörige Betriebsmittel und anteilige Lohnkosten
  • sonstige Vorhaben zur Nutzung von IT-Lösungen und Digitalisierung von Produktion und Service

Wer wird gefördert?
KMU sowie größere Mittelstandsunternehmen (mit weniger als 3.000 Beschäftigten). Das Förderprogramm richtet sich an Unternehmen des produzierenden Gewerbes, der IT-Branche und des Dienstleistungsgewerbes mit einer Betriebsstätte oder Sitz in Berlin.

Art und Höhe der Förderung

  • Darlehen von 2 bis 6 Mio. Euro zu günstigen Zinsen
  • 60 Prozent Haftungsfreistellung der Hausbank durch die Investitionsbank Berlin (IBB)
  • flexible Laufzeiten zwischen 3 und 10 Jahren
  • Tilgung erfolgt vierteljährlich und nachschüssig
  • 100 Prozent Auszahlung

Informationsquellen
www.digitalbonus.bayern/foerderprogramm

lfa.de/website/de/foerderangebote/innovation/weg/Digitalkredit/index.php

Brandenburg

Brandenburgischer Innovationsgutschein (BIG)-Digital

Was wird gefördert?
Die Anwendung von Industrie-4.0-Lösungen und die Digitalisierung von Produktion und Service. Dazu gehören:

  • Digitalisierungsmaßnahmen im eigenen Unternehmen
  • drei Module: Beratung, Schulung und Implementierung

Wer wird gefördert?
Auf Gewinnerzielung ausgerichtete KMU, inklusive Handwerk, mit Sitz oder einer Betriebsstätte im Land Brandenburg

Art und Höhe der Förderung
Fördermittel für Digitalisierung gibt es als nicht rückzahlbaren Zuschuss im Wege der Anteilfinanzierung (50 Prozent) – maximal jeweils 50.000 Euro für das Modul “Beratung und Schulung” und maximal 500.000 Euro für das Modul “Implementierung”, bei einer Laufzeit von maximal 6 Monaten für das Modul “Beratung und Schulung” und maximal 36 Monaten für das Modul “Implementierung”.

Informationsquelle
www.ilb.de/de/wirtschaft/zuschuesse/brandenburgischer-innovationsgutschein-big/index.html

Bremen

Beratungsförderungsprogramm zu Digitalisierung und Arbeit 4.0

Was wird gefördert?
Beratung zur Digitalisierung und Prozessoptimierung

Wer wird gefördert?
Ausschließlich KMU mit Sitz oder Niederlassung in Bremen und Bremerhaven

Art und Höhe der Förderung
Zuschuss zur Beratung durch einen geprüften Digitalberater/Dienstleister – wählbar aus einem Pool. Eine Beratung wird mit 50 Prozent der Kosten und einem maximalen Betrag von 5.000 Euro gefördert.

Informationsquelle
www.digitalisierung-bremen.de/beratungsfoerderung-zu-digitalisierung-und-arbeit-40

Hamburg

Hamburg-Kredit Innovation

Was wird gefördert?
Investitionen und Betriebsmittel, insbesondere für Markteinführung und Wachstum, Produktentwicklung und Digitalisierung

Wer wird gefördert?
Nicht-börsennotierte KMU der gewerblichen Wirtschaft. Weitere Voraussetzungen, um Fördermittel für Digitalisierung zu erhalten: Das Unternehmen muss innovativ sein und mindestens einem Förderkriterium des Europäischen Investitionsfonds (EIF) entsprechen.

Art und Höhe der Förderung
Zinsgünstige Darlehen:

  • bis 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • 25.000 Euro bis 1.5 Mio. Euro Darlehenssumme
  • Auszahlung: 100 Prozent
  • fester Zinssatz für die gesamte Darlehenslaufzeit
  • Zusage der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) an die Hausbank bezüglich der Refinanzierung des Darlehens in Verbindung mit einer obligatorischen Haftungsfreistellung in Höhe von 70 Prozent für die gesamte Darlehenslaufzeit

Informationsquelle
www.ifbhh.de/hamburg-kredit-innovation

Hessen

Digi-Zuschuss

Was wird gefördert?
Die digitale Transformation von Produktions- und Arbeitsprozessen und Verbesserung der IT-Sicherheit. Die Maßnahmen sollen einen Digitalisierungsfortschritt in den Bereichen Produktion und Verfahren, Produkte und Dienstleistungen oder Strategie und Organisation des Unternehmens erwarten lassen. Zuwendungsfähige Maßnahmen sind:

  • Anschaffung von Hard- und Software zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Betriebsprozessen
  • Anschaffung von Hard- und Software zur Implementierung einer IKT-Sicherheitslösung
  • die mit den Anschaffungen verbundenen Dienstleistungen, einschließlich der Migration bisheriger Daten und der Portierung von Softwarekomponenten auf die neuen digitalen Systeme sowie erforderliche Schulungen zu den angeschafften digitalen Systemen durch externe Anbieter

Wer wird gefördert?
Insbesondere KMU der gewerblichen Wirtschaft sowie freie Berufe mit einer Betriebsstätte in Hessen, in denen die geförderte Maßnahme auch zum Einsatz kommt.

Art und Höhe der Förderung
Fördermittel für Digitalisierung werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss (Anteilsfinanzierung) in Höhe von bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Sachausgaben bereitgestellt. Die zuwendungsfähigen Sachausgaben müssen sich dabei auf mindestens 4.000 Euro erfolgen. Die Förderhöhe beträgt maximal 10.000 Euro.

Informationsquellen
www.digitalstrategie-hessen.de/digi-beratung

www.wibank.de/wibank/digital-zuschuss/digital-zuschuss/460940

Mecklenburg-Vorpommern

DigiTrans

Was wird gefördert?
Innovative Ideen für neue, digitale Geschäftsmodelle und Lösungen für die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse

Wer wird gefördert?
Fördermittel für Digitalisierung können kleine und mittlere Unternehmen sowie Kleinstunternehmen der gewerblichen Wirtschaft fast aller Branchen und Wirtschaftszweige mit Haupterwerb und Hauptsitz in Mecklenburg-Vorpommern erhalten.

Art und Höhe der Förderung
Anteilfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Zuwendungsfähig sind Ausgaben für Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens von 8.000 Euro bis 20.000 Euro (im Einzelfall bis 100.000 Euro), die der Umsetzung des digitalen Vorhabens dienen. Kleine und Kleinstunternehmen können eine Zuwendung in Höhe von bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben erhalten. Für mittlere Unternehmen kann ein Fördersatz in Höhe von bis zu 35 Prozent gewährt werden.

Informationsquelle
www.lfi-mv.de/foerderungen/digitrans

Nordrhein-Westfalen

Mittelstand Innovativ! – Digitalisierungsgutschein

Was wird gefördert?
Die Innovationsfähigkeit und Wachstumsorientierung von Unternehmen rund um die Themen Digitalisierung und IT-Sicherheit. Der Digitalisierungsgutschein ist neben dem Innovationsgutschein und dem Innovations- und Digitalisierungsassistenten einer von drei Bausteinen im Förderprogramm “Mittelstand Innovativ”.

Digitalisierungsgutscheine werden vergeben für:

  • Analyse und Bewertung: Status quo-Analyse des Digitalisierungsgrades im Unternehmen (Digitalisierungscheck) oder Erfassung des Grades der IT-Sicherheit (Digitalisierungsgutschein A)
  • Befähigung und Umsetzung: Durchführung innovativer Lösungen zur Realisierung von Digitalisierungsmaßnahmen im Unternehmen (Digitalisierungsgutschein B)

Wer wird gefördert?
KMU aller Branchen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen

Art und Höhe der Förderung
Zuschuss in Höhe von maximal 50 Prozent, bei kleinen Unternehmen 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Bis zu 10.000 Euro für den Digitalisierungsgutschein A, bis zu 15.000 Euro für den Digitalisierungsgutschein B.

Informationsquellen
www.ptj.de/innovationsgutschein

www.nrwbank.de/de/foerderlotse-produkte/Mittelstandinnovativ-Innovations-und-Digitalisierungsgutschein/15212/produktdetail.html?backToResults=true


NRW.BANK. Digitalisierungskredit

Was wird gefördert?
Finanzierungen von Digitalisierungsmaßnahmen und Investitionsvorhaben in den Bereichen:

  • Digitale Produktion und Verfahren, z.B. Integration/Einbindung von digitalen Kundenschnittstellen an das Produktionsleitsystem, vollumfängliche Vernetzung der Ressourcenplanung und der Produktionssysteme, Ausbau innerbetrieblicher Breitbandnetze
  • Digitale Produkte, z.B. Aufbau und Verbesserung von digitalen Plattformen, Entwicklung digitaler Standards und Normen
  • Digitale Strategie und Organisation, z.B. Entwicklung einer umfassenden Digitalisierungsstrategie, Initialisierungsaufwand für die Nutzung von Cloud-Technologien oder Entwicklung und Implementierung eines IT-, Datensicherheits- und/oder Social-Media-Kommunikationskonzepts

Wer wird gefördert?
Mittelständische Unternehmen (inländische und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich im Privatbesitz befinden und deren Jahresumsatz – einschließlich verbundener Unternehmen – 500 Mio. Euro nicht überschreitet, ab 2 Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Der Investitionsort muss in Nordrhein-Westfalen liegen. Förderfähig sind grundsätzlich nur Vorhaben, die einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und deren Gesamtfinanzierung gesichert ist.

Art und Höhe der Förderung

  • Zinsgünstige Ratendarlehen und endfällige Darlehen
  • Finanzierungsanteil: bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Mindestkredit: 25.000 Euro
  • fester Zinssatz für die gesamte Laufzeit
  • Tilgung in gleichen Vierteljahresraten
  • Auszahlung: 100 Prozent
  • Optional: Haftungsfreistellung und Bürgschaft

Informationsquelle
www.nrwbank.de/de/foerderlotse-produkte/NRWBANKDigitalisierung-und-Innovation/15914/nrwbankproduktdetail.html?backToResults=true

Saarland

DigitalStarter

Was wird gefördert?

  • Ausgaben für die Entwicklung, Einführung oder Verbesserung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen durch Informations- und Kommunikationstechnologie (Hard- und Software)
  • Ausgaben für die Einführung oder Verbesserung der IT-Sicherheit, insbesondere für notwendige Hard- und Software
  • die mit den genannten Ausgaben verbundenen Dienstleistungen, einschließlich der Migration bisheriger Daten und der Portierung von Softwarekomponenten auf die neuen digitalen Systeme
  • Ausgaben für die notwendigen Mitarbeiterschulungen zu den angeschafften digitalen Systemen durch externe Anbieter

Wer wird gefördert?
Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz, Niederlassung oder einer Betriebsstätte im Saarland, in der die geförderte Maßnahme auch zum Einsatz kommt

Art und Höhe der Förderung
Gefördert werden Digitalisierungsprojekte mit Ausgaben in Höhe von mindestens 5.000 Euro. Kleine Unternehmen erhalten einen Zuschuss von bis zu 35 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, mittlere Unternehmen bis zu 20 Prozent, jedoch jeweils höchstens 10.000 Euro.

Informationsquelle
www.digitalstarter.saarland

Sachsen

Betriebsberatung/Coaching

Was wird gefördert?
Betriebsberatungen und Coachings zu verschiedenen Fragen der Unternehmensführung, wie beispielsweise Digitalisierung

Wer wird gefördert?
Kleine und mittlere Unternehmen

Art und Höhe der Förderung
Nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben im sogenannten Direktverfahren und bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben im sogenannten Qualitätssicherungsverfahren. Zuwendungsfähig sind das Nettohonorar des Beraters; im Qualitätssicherungsverfahren zusätzlich die Ausgaben für die Qualitätssicherung.
Pro Tag der Beratung bzw. des Coachings können bis zu 350 Euro Zuwendung anerkannt werden, in einem Kalenderjahr höchstens 8.000 Euro (bei Beratungen in einzelnen Förderschwerpunkten bis zu 10.000 Euro) für das Unternehmen.

Informationsquelle
Details zum Förderprogramm “Betriebsberatung/Coaching”


E-Business

Was wird gefördert?
Die Einführung und Weiterentwicklung fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien.
Zuwendungsfähig sind Ausgaben für:

  • Planung, Konzipierung und Vorbereitung von Projekten – für die entsprechende Beratungsleistung können bis zu 5 Tagewerke, höchstens 900 Euro/Tag angesetzt werden
  • bei der technischen Realisierung anfallende Fremdleistungen
  • Erwerb projektspezifischer Software und für deren Nutzung notwendige Hardware
  • Fremdleistungen bei Einführung der entwickelten Lösungen, z.B. Schulungen; höchstens bis zu 20 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben

Wer wird gefördert?
KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen

Art und Höhe der Förderung
Nicht zurückzahlbarer Zuschuss in Höhe von bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 50.000 Euro. Eine Förderung kann innerhalb von drei Jahren nur einmal gewährt werden. Bonusförderung: 10 Prozent, wenn das Unternehmen mindestens für die Dauer des geförderten Vorhabens tarifliche oder tarifgleiche Löhne zahlt.

Informationsquelle
Leitfaden der Sächsischen Förderbank SAB zum Förderprogramm “E-Business”


Informationsschutz

Was wird gefördert?
Projekte zum Schutz von Informationen und IT-Systemen. Zuwendungsfähig sind Ausgaben für:

  • Schutzbedarfsfeststellung: Beratungen durch qualifizierte IT-Dienstleister zur Analyse schutzrelevanter Unternehmensprozesse und zur Ableitung von Handlungsempfehlungen auf Basis ISO 27001 bzw. der jeweiligen branchenspezifischen IT-Sicherheitsstandards; bis zu 15 Tagewerke, höchstens 900 Euro pro Tag
  • Umsetzung der Handlungsempfehlungen: Beratungen zur Umsetzung, Neuerwerb projektspezifischer Soft- und Hardware, Fremdleistungen bei Einführung in die betriebliche Praxis, bei der technischen Anbindung und Schulung

Wer wird gefördert?
KMU mit Sitz oder zu Betriebsstätte im Freistaat Sachsen

Art und Höhe der Förderung
Siehe Förderprogramm “E-Business”

Informationsquelle
Leitfaden der Sächsischen Förderbank SAB zum Förderprogramm “Informationsschutz”

Sachsen-Anhalt

DIGITAL INNOVATION

Was wird gefördert?
Das Programm stellt Fördermittel für Digitalisierung unter anderem für folgende Projekte und Maßnahmen zur Verfügung:

  • Entwicklung von neuen, innovativen digitalen Produkten und Produktionsprozessen, Geschäftsmodellen und Geschäftsabläufen
  • digitale Marketing- und Vertriebsstrategien
  • Einrichtung und Erhöhung der IT-Sicherheit
  • Ausgaben für Personal, das im Rahmen des Projekts zusätzlich eingestellt wird, sowie Sachkosten, Leistungen Dritter und Investitionen

Wer wird gefördert?
KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen-Anhalt

Art und Höhe der Förderung
Zuschuss in Höhe von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal 70.000 Euro je Projekt. Die Förderung der Ausgaben für Personal, das im Rahmen des Projekts zusätzlich eingestellt wird, erfolgt auf Grundlage von Pauschalbeträgen.

Informationsquelle
Informationen der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zum Förderprogramm “DIGITAL INNOVATION”

Thüringen

Digitalbonus

Was wird gefördert?
Zum Digitalisierungsvorhaben gehörende Ausgaben für Software und Hardware, einschließlich der Ausgaben für Leistungen externer Dienstleister zur Migration und Portierung von IT-Anwendungen und IT-Systemen.

Fördermittel für Digitalisierung können für Vorhaben in den folgenden Bereichen beantragt werden:

  • Digitalisierung von Betriebsprozessen, z.B. Einführung von ERP-Systemen oder Manufacturing Execution Systems (MES) oder Integration digitaler Workflows mit Lieferanten und Kunden (E-Commerce, E-Procurement)
  • Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen, z.B. Einführung produktbegleitender und/oder Anwendungssteuerungssoftware
  • Einführung oder Verbesserung von Informations- und Datensicherheitslösungen, z.B. Implementierung eines Informations- und/oder Datensicherheitskonzepts oder Initialisierung der Nutzung von Cloud-Technologien

Wer wird gefördert?
KMU der gewerblichen Wirtschaft (insbesondere verarbeitendes Gewerbe, unternehmensnahe Dienstleistungen, Baugewerbe sowie Handwerk und Handel)

Art und Höhe der Förderung
Die Förderung (Zuschuss) beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 15.000 Euro. Die förderfähigen Ausgaben müssen mindestens 5.000 Euro betragen und dürfen 150.000 Euro nicht übersteigen. Je Unternehmen kann im “Digitalbonus Thüringen” nur ein Antrag gestellt werden.

Informationsquelle
Informationen der Thüringer Aufbaubank zum Förderprogramm “Digitalbonus”

Bundesweite Förderprogramme

Die folgenden Förderprogramme stehen kleinen und mittleren Unternehmen bundesweit zur Verfügung.

go-digital

Was wird gefördert?

  • Optimierung von Prozessen und Erschließung zusätzlicher Marktanteile durch Digitalisierung (Module “Digitale Geschäftsprozesse” und “Digitale Markterschließung”)
  • Finanzierung von Maßnahmen im Bereich IT-Sicherheit (Modul “IT-Sicherheit”)

Wer wird gefördert?
Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (KMU) einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial können Fördermittel für Digitalisierung beantragen, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:

  • weniger als 100 Mitarbeiter
  • höchstens 20 Mio. Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme im Jahr vor dem Vertragsabschluss (Werte dürfen auch zusammen mit Partnerunternehmen und verbundenen Unternehmen nicht überschritten werden)
  • Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland

Art und Höhe der Förderung
Zuschuss zu gezielten Beratungs- und Umsetzungsleistungen durch autorisierte Beratungsunternehmen. Diese übernehmen die Antragstellung für die Fördermittel, die Abrechnung und das Berichtswesen.

Die Projektlaufzeit beträgt maximal sechs Monate.

Die Förderquote liegt bei 50 Prozent auf die Nettoausgaben. “go-digital” übernimmt 50 Prozent der Kosten des maximalen Beratertagessatzes von 1.100 Euro. Es können bis zu 20 Beratertage im gewählten Hauptmodul und bis zu 10 Beratertage in den gewählten Nebenmodulen veranschlagt werden.

Informationsquelle
Informationen zum Förderprogramm “go-digital”


unternehmensWert:Mensch plus

Was wird gefördert?
Das Programm soll Unternehmen zu nachhaltigen Strategien und neuen Konzepten verhelfen, mithilfe derer sie die Chancen der Digitalisierung gewinnbringend nutzen können. Dies geschieht mittels Einrichtung betrieblicher “Lern- und Experimentierräume” und einer professionellen Prozessberatung.

Wer wird gefördert?
Kleine und mittlere Unternehmen:

  • mit Sitz/Arbeitsstätte in Deutschland
  • seit mindestens 2 Jahren am Markt
  • mindestens ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Vollzeit

Art und Höhe der Förderung
Interessierte Unternehmen müssen zunächst eine (kostenfreie) Erstberatung in einer der Erstberatungsstellen (deutschlandweit vorhanden) besuchen. Wenn das Unternehmen die Förderkriterien erfüllt, bekommt es einen Beratungsscheck (Zuschuss) für eine geförderte Beratung. Für die Durchführung der Beratung vor Ort kann aus einem Pool von autorisierten Prozessberatern gewählt werden.

Die Förderquote liegt bei 80 Prozent und umfasst 12 Beratungstage. Als zeitlicher Rahmen für den Beratungsprozess werden 5 bis 6 Monate empfohlen.

Informationsquelle
Informationen zum Förderprogramm “unternehmensWert:Mensch plus”


ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW

Was wird gefördert?
Investitionen und Betriebsmittel im Zusammenhang mit Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben, wie z.B.:

  • Einführung digitaler Plattformen, Apps und digitaler Vertriebskanäle zum Aufbau digitaler Plattformkonzepte und des elektronischen Handels
  • Entwicklung und Implementierung eines IT- und/oder Datensicherheitskonzepts, um Unternehmensdaten erfolgreich zu schützen und Cyber-Attacken abzuwehren

Wer wird gefördert?
KMU, die seit mindestens 2 Jahren am Markt sind.

Art und Höhe der Förderung
Gefördert wird über einen Kredit. Der vom Unternehmen gewählte Finanzierungspartner ermittelt anhand der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Qualität der Sicherheiten des Unternehmens den individuellen Zinssatz für den Kredit und stellt den Förderantrag bei der Förderbank KfW. Der Kreditvertrag wird zwischen dem Unternehmen und dem Finanzierungspartner abgeschlossen.

  • Kreditmindestlaufzeit: 2 Jahre
  • Kreditmindestbetrag: 25.000 Euro
  • bis zu 25 Mio. Euro pro Vorhaben
  • bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten und Betriebsmittel
  • Auszahlung: 100 Prozent des Kreditbetrags
  • Tilgung: in den tilgungsfreien Anlaufjahren sind lediglich Zinsen auf ausgezahlte Kreditbeträge zu zahlen; danach Tilgung in gleich hohen vierteljährlichen Raten
  • Haftungsfreistellung des Finanzierungspartners in Höhe von 70 Prozent möglich

Informationsquelle
Informationen zum Förderprogramm “ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit” der KfW

EU-Förderprogramme

Kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland können auch aus einem der folgenden EU-Förderprogramme Fördermittel für Digitalisierung beantragen.

COSME (bis 31.12.2020)

Was wird gefördert?
Gefördert werden unter anderem Maßnahmen zur:

  • Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit
  • Förderung einer unternehmerischen Kultur und Unterstützung der Neugründung und des Wachstums
  • Förderung von Netzwerken, Pilotmaßnahmen, Demonstrationsprojekten, Vermarktung von Technologie, Analysen etc. (dafür gibt es spezifische Bekanntmachungen/Ausschreibungen)

Wer wird gefördert?
Unternehmen – insbesondere KMU – sowie öffentliche und private Akteure, die im Bereich der Unternehmensförderung tätig sind.

Art und Höhe der Förderung
Die Förderung arbeitet mit verschiedenen Zuschüssen und Finanzierungsinstrumenten, darunter Kreditbürgschaften und Eigenkapitalfazilität. Diese Finanzierungsinstrumente werden auf europäischer, nationaler oder regionaler Ebene durch entsprechende Vermittler eingesetzt.

Informationsquellen
https://ec.europa.eu/easme/en/cosme-0

http://ec.europa.eu/growth/smes/cosme_en

Horizont 2020

Was wird gefördert?
Das Programm orientiert sich an den Bedürfnissen von KMU und hat mehrere Förderschwerpunkte. Einer davon ist Informations- und Kommunikationstechnologie. Förderberechtigte Unternehmen können ihre Projekte weitgehend selbst definieren.

Wer wird gefördert?
Gewinnorientierte KMU mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat. Schwerpunktmäßig solche, die eine innovative Projektidee zur Marktreife bringen möchten.

Art und Höhe der Förderung
Zuschuss in drei Phasen:

  1. Überprüfung der Machbarkeit des Projekts (Fördersumme max. 50.000 Euro)
  2. Maßnahmen für die Projekt-Umsetzung /Förderrichtwert zwischen 0,5 und 2,5 Mio. Euro
  3. Markteinführung und Hilfe beim Erschließen von Finanzierungsquellen, Networking, Training

In den ersten beiden Phasen können nach erfolgreicher Antragstellung ein Coaching und Mentoring in Anspruch genommen werden.

Informationsquelle
www.nks-kmu.de

 

Weitere Möglichkeiten zur Recherche nach Fördermitteln für Digitalisierung

In der Förderdatenbank des Bundes findet man alle Förderungsmöglichkeiten des Bundes, der Länder und der EU. Diese Seite – insbesondere der Suchassistent – ist enorm hilfreich. Hier kann auch nach branchenspezifischen KMU-Digitalisierungsförderungen gesucht werden – beispielsweise gibt es zahlreiche weitere für Technologie-KMU, für solche aus Forschung und Entwicklung, sowie für Neugründungen und junge Unternehmen aus diesem Bereich.

Die Initiative Mittelstand-Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt KMU kostenfrei bei allen Fragen rund um die Digitalisierung. Anlaufstellen sind so genannte (regionale und thematische) “Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren”. Diese helfen den Unternehmen, den Stand der eigenen Digitalisierung einzuschätzen, entwickeln gemeinsam mit ihnen einen individuellen Digitalisierungsfahrplan und unterstützen sie bei der Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

Die EU-Fördermittel-Plattform wird aufgrund der Neuformierung des EU-Parlaments momentan nicht gepflegt, zu gegebener Zeit wahrscheinlich aber wieder aktiviert.

Einen Überblick über EU-Finanzhilfen für KMU bietet auch dieses EU-Portal.

Sonja Friedrich
Autorin dieses Beitrags
Sonja Friedrich arbeitet als freie Texterin in Hamburg und veröffentlicht in diesem Blog Beiträge zu mittelstandsrelevanten Themen.
Bildquellen: magele-picture/Fotolia.com, Sonja Friedrich (Porträt)
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