Schafe
26.01.2017 // AUS-DER-PRAXIS

Geballte Kompetenz: Vliesstoffhersteller Baur steuert Warenwirtschaft und Fertigung mit Software von HS

Die Baur Vliesstoffe GmbH produziert hochwertige Vliesstoffe, die von Industriekunden zu Dämmstoffen, Filtern oder Füllmaterial weiterverarbeitet werden. Um seine Aufträge just in time erfüllen zu können, hat das mittelständische Unternehmen reibungslose Fertigungsprozesse und eine transparente Lagerbestandsführung implementiert.

Am Anfang war: die Wolle. Das haarige Material gilt kulturgeschichtlich als einer der ältesten Rohstoffe überhaupt und hat eine lange Tradition als Werkstoff. Dieser Tradition ist das Unternehmen Baur Vliesstoffe (im Folgenden: Baur) seit mehreren Generationen verbunden, genauer: seit der Firmengründung im Jahr 1913 unter dem Namen "Jacob Emendoerfer, Reiss-Wollfabrik und Wollwäscherei". Der Name, die Produkte und die Herstellungsverfahren haben sich mit der Zeit zwar gewandelt, der Rohstoff Wolle ist jedoch nach wie vor von großer Bedeutung. Heute verarbeitet das Unternehmen verschiedene Naturfasern tierischen und pflanzlichen Ursprungs sowie natürliche Kunstfasern und synthetische Fasern. Welcher Rohstoff für einen Auftrag verwendet wird, hängt vom Einsatzzweck des Vliesstoffes und von den Anforderungen des Auftraggebers ab. Baur berät seine Kunden bei der Auswahl des Werkstoffs, anschließend wird die Ware im Stammwerk am Firmensitz in Dinkelsbühl produziert und im angrenzenden Zentrallager in Form von Ballen zwischengelagert. Damit die geballte Ladung zuverlässig bei den Kunden eintrifft, unterhält der Hersteller einen eigenen Lkw-Fuhrpark.

Die Fertigungssoftware von HS hilft uns, den Materialbedarf auch bei mehrstufigen Stücklisten effizient zu ermitteln.

Martin Baumgärtner
Leitung EDV und Finanzbuchhaltung

Aktuelle Bestandsführung ist ein Muss

Das Geschäftsmodell und die Beschaffenheit der Produkte stellen spezifische Anforderungen an die Warenwirtschaft und die Fertigung: "Aufgrund unserer voluminösen Ware produzieren wir fast ausschließlich auftragsbezogen und just in time. Es ist also kaum möglich, den Materialbedarf und die Fertigungsmengen langfristig im Vorhinein zu planen. Um dennoch Materialverfügbarkeit zu gewährleisten, müssen wir den Lagerbestand an Rohstoffen und Fertigware sowie die reservierten und bestellten Mengen jederzeit im Auge haben", sagt Martin Baumgärtner, Leiter der EDV und der Finanzbuchhaltung bei Baur. Dies erreicht der Vliesstoffhersteller mithilfe der Warenwirtschaftssoftware HS Auftragsbearbeitung. Das System ermöglicht dem Unternehmen eine übersichtliche Bestandsführung über die verschiedenen Lagerplätze. "Im HS-Modul 'Mehrlager' haben wir unsere Lager aufgeteilt und zusätzliche Lager angelegt, die nicht bei uns, sondern bei Veredlern, wie zum Beispiel Wollwäschereien, geführt werden", erläutert Martin Baumgärtner. Anhand von strukturierten Lagerbestands- und Bewertungslisten, die sich mit der HS Auftragsbearbeitung erstellen lassen, verschaffen sich die derzeit acht Nutzer der Software bei Bedarf sofort einen Überblick darüber, welches Material in welcher Menge im Bestand verfügbar ist. "Diese Informationen sind für unsere Planung unverzichtbar", sagt der Leiter EDV und Finanzbuchhaltung.

Das System ermöglicht uns bedarfsorientierte Beschaffungsentscheidungen auf Basis zuverlässiger Bestandsdaten.

Jutta Geissler
Leitung Einkauf

Software erleichtert Erstellung von Fertigungsaufträgen

Bei der Ermittlung des Materialbedarfs und der Fertigungsmengen spielen, neben den Lagerbestandsdaten, die Stücklisteninformationen eine zentrale Rolle. Um diese Informationen effizient nutzen zu können, hat Baur die HS Auftragsbearbeitung mit dem Modul Fertigung funktionell erweitert. "Damit haben wir alle fertigungsrelevanten Daten in einem System und können den Nettomaterialbedarf für die auftragsbezogene Fertigung eines Produkts über alle Stücklistenebenen hinweg gleichzeitig ermitteln", so Baumgärtner. Darüber hinaus schlägt die Software die Fertigungsmengen vor. Hierbei berücksichtigt sie die vorliegenden Kundenaufträge, die Lagerbestände, die Lagerzielgrößen und den Bedarf in der Vergangenheit. Aus den ermittelten Fertigungsmengen, die sich individuell anpassen lassen, erzeugt die Lösung schließlich die Fertigungsaufträge. Dabei wird das benötigte Material reserviert. Im Zuge der späteren Materialentnahme bzw. der Fertigmeldung wird zudem der Lagerbestand automatisch aktualisiert. Martin Baumgärtner: "Vor allem für die Produktion mehrstufiger Artikel, mit mehreren Vorprodukten und Zukaufteilen, erleichtert und beschleunigt das Fertigungsmodul die Erstellung von Fertigungsaufträgen erheblich." Auf einen weiteren Vorteil der in die Warenwirtschaft integrierten Fertigungslösung weist Einkaufsleiterin Jutta Geißler hin: "Das System erzeugt automatisch Bestellvorschläge für den Einkauf. Wir können somit bedarfsorientierte Beschaffungsentscheidungen auf Basis zuverlässiger Bestandsdaten treffen und zugleich unseren Aufwand senken und Zeit sparen."

Anwender sind mit Software und Service zufrieden

Durch die Abbildung sämtlicher Prozesse in einem System – vom Angebot über die Fertigung bis zur Auslieferung – ist es dem Vliesstoffhersteller gelungen, die Effizienz und Transparenz der internen Abläufe zu steigern. Dementsprechend fällt das Fazit des bisherigen Softwareeinsatzes positiv aus: "Wir sind mit unserer Warenwirtschafts- und Fertigungslösung sehr zufrieden. Sie passt in puncto Funktionalität und Bedienbarkeit hervorragend zu einem mittelständischen Unternehmen unserer Branche", so Martin Baumgärtner. Das gelte ebenso für die eingesetzten HS Programme zur Finanzbuchhaltung und zur Personalabrechnung. Auch mit dem Service durch den Softwarehersteller und dessen regionalen Partner zeigt sich Baumgärtner zufrieden: "Wir arbeiten seit rund 30 Jahren mit Lösungen von HS, und genauso lange werden wir schon von unserem damaligen und immer noch aktiven Ansprechpartner vor Ort unterstützt. Diese Beständigkeit hat ihre Gründe."

Kompletter Anwenderbericht

Weitere Informationen zum Unternehmen: www.baur-vliesstoffe.de

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