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Nov 17, 2016 // NACHRICHTEN

Lagebericht des BSI: Digitale Transformation geht mit zusätzlichen Risiken für die IT-Sicherheit einher

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung durch Entwicklungen wie Industrie 4.0 oder das "Internet der Dinge" eröffnet Cyber-Kriminellen fast täglich neue Angriffsflächen und Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter zu bereichern. Zu diesem Ergebnis kommt der „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2016“, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlicht hat.

Die Angreifer verfügen dem BSI-Bericht zufolge über leistungsfähige und flexibel einsetzbare Angriffsmittel und -methoden. So waren bis August 2016 rund 560 Millionen Schadprogrammvarianten bekannt, täglich werden rund 380.000 neue Varianten entdeckt. Die Anzahl von Spamnachrichten mit Schadsoftware im Anhang ist laut BSI im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1.270 Prozent angestiegen. Dabei haben die Angreifer Unternehmen und kritische Infrastrukturen ebenso im Visier, wie Verwaltung, Forschungseinrichtungen und Bürger. Die Ransomware-Angriffe im Frühjahr 2016 hätten deutlich gemacht, wie verwundbar eine digitalisierte Gesellschaft ist. Gleichzeitig verlören klassische Abwehrmaßnahmen weiter an Wirksamkeit, so die Experten des BSI.

BSI plant mobile Einsatzteams zur Abwehr von Cyber-Angriffen

Aufgrund der verschärften Bedrohungslage im Bereich der IT-Sicherheit wird das BSI seine Unterstützungsangebote für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ausbauen. Um bei besonderen IT-Sicherheitslagen besser und schneller reagieren zu können, richtet die Behörde beispielsweise Mobile Incident Response Teams (MIRT) ein, die betroffene Stellen vor Ort bei der Abwehr von Cyber-Angriffen unterstützen können. Darüber hinaus kündigt die Behörde an, sich künftig verstärkt in den großen Digitalisierungsprojekten in Deutschland einzubringen

Arne Schönbohm
Die Cyber-Sicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Digitalisierung in Deutschland.

Arne Schönbohm
Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik GmbH

Erfolgreiche Digitalisierung erfordert Cyber-Sicherheit

"Die durch die Digitalisierung angestoßenen Entwicklungen sind durchgreifend und werden Deutschland verändern", sagt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. Die Frage der Sicherheit der eingesetzten Informationstechnik stelle sich nicht mehr nur nebenbei und auch nicht nur einem eingeweihten Kreis von IT-Spezialisten, so Schönbohm weiter. Vielmehr sei die Cyber-Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Digitalisierung in Deutschland. "Wir arbeiten mit verschiedenen Akteuren aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam daran, den Risiken wirksame und umsetzbare Sicherheitsmaßnahmen entgegenzusetzen", erklärt der BSI-Präsident.

Weitere Informationen enthält der "Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2016", der unter folgendem Link von der Website des BSI heruntergeladen werden kann: www.bsi.bund.de/DE/Publikationen/Lageberichte/lageberichte_node.html

Bildnachweis:Leo Lintang/Fotolia.com (oben), BSI (unten)