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Oct 18, 2016 // NACHRICHTEN

Personalbereich hat Aufholbedarf bei der Digitalisierung

Die digitale Transformation geht in deutschen Unternehmen eher langsam voran. Eine branchen- und bereichsübergreifende Studie, der „Transformationswerk Report“, hat vor allem im Personalbereich erhebliche Defizite aufgedeckt. Die Autoren fordern ein Umdenken und Umsteuern der Verantwortlichen in den Unternehmen.

Ausgerechnet die Personalabteilungen, die für die Rekrutierung digitaler Talente und für den Aufbau interner digitaler Kompetenz durch Weiterbildungsangebote verantwortlich sind, weisen von allen Abteilungen in den Unternehmen den schwächsten Digitalisierungsgrad auf. Sowohl die digitale Kompetenz der Beschäftigten als auch die Nutzung digitaler Kommunikation und die Digitalisierung von Arbeitsprozessen sind im Personalbereich häufig unterdurchschnittlich ausgeprägt. Lediglich 15,6 Prozent der befragten HR-Mitarbeiter sehen bei sich selbst stark bis sehr stark digitalisierte Arbeitsprozesse. Und nur 10,3 Prozent geben an, eine stark bis sehr stark digitalisierte Kommunikation zu praktizieren.

Digitale Transformation braucht HR

„Kein Unternehmen kann es sich leisten, dass einzelne Bereiche im Unternehmen deutlich zurückfallen. Vor dem Hintergrund des massiven Qualifizierungsbedarfs muss vor allem im Personalbereich dringend umgedacht und aufgeholt werden“, sagt Studienherausgeber Ingo Stoll, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur "neuwaerts" und Gründer des Transformationswerks. Es gebe keine Patentlösungen für die digitale Transformation, daher seien übergreifendes Lernen, mehr Vernetzung und bessere Kommunikation nach innen entscheidend, so Stoll weiter.

Management muss agile Unternehmenskultur fördern

„Um global wettbewerbsfähig zu bleiben,müssen deutsche Unternehmen ihr Trans­forma­tionstempo entscheidend beschleunigen. Dies kann nur gelingen, wenn Veränderungsprozesse strategisch auf allen Ebenen andocken und die verschiedenen Bereiche vernetzt auf ein Zielbild hin­arbeiten“, sagt Willms Buhse, Managementberater und Mitherausgeber der Studie. Entscheidende Impulse müssten jedoch von der Führungsebene ausgehen. Das Management müsse sich digital weiterbilden und eine vernetzte, offene, partizipative und agile Unternehmenskultur vorleben.

Über die Studie

Der "Transformationswerk Report" ist eine langfristig angelegte, branchen- und bereichsübergreifende Studienreihe zur digitalen Transformation in deutschen Unternehmen. Die Studie, die von der Kommunikationsagentur "neuwaerts" und der Managementberatung "doubleYUU" durchgeführt wird, ermittelt Einschätzungen zu Status,Bedarfen und Erfahrungen mit der digitalen Transfor­ma­tion – und zwar jeweils separat bei der Unternehmensführung sowie in IT-, Marketing- und Personalabteilungen. An der ersten Erhebung nahmen mehr als 1 000 Vertreter aus Konzernen und mittelständischen Unternehmen teil. Die Studie steht zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.transformationswerk.de/studie

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