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Dec 23, 2015 // NACHRICHTEN

Der deutsche Mittelstand investiert wieder

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland haben im Jahr 2014 wieder mehr Geld ausgegeben: Laut einer Studie der Förderbank KfW steigerten sie ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 202 Milliarden Euro. Das ist der höchste Stand seit dem Krisenjahr 2008.

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Die Analysten der KfW werten das Ausgabenplus als einen Hinweis auf das gestiegene "Vertrauen in einen tragfähigen Aufschwung in Deutschland und Europa". KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner: "Besonders erfreulich ist: Die Unternehmen investieren wieder verstärkt in Erweiterungen." Auch für das Jahr 2015 erwartet die KfW einen Aufschwung bei den Investitionen der KMU. "Das Vorkrisenniveau von 204 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 kann in diesem Jahr überschritten werden", glaubt Zeuner. Ein Grund für die Investitionsbereitschaft sei die "Stärke der Inlandsnachfrage". Zudem erleichtere die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kreditfinanzierung.

Internationalisierung bleibt große Herausforderung

Das KfW-Mittelstandspanel, das KMU mit bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz erfasst, zeigt allerdings auch, dass sich die Investitionen auf immer weniger Unternehmen konzentrieren. So sank der Anteil der Mittelständler mit Investitionsprojekten im Jahr 2014 um 1,3 Prozentpunkte auf 42 Prozent. Mehr als die Hälfte der KMU hatten gar keine Projekte in Planung. Die Umsätze stiegen im selben Zeitraum um 3,3 Prozent (2013: + 1,9 Prozent). Insbesondere in außereuropäischen Märkten wurde aber Boden eingebüßt: Obwohl die deutschen Exporte insgesamt um 3,7 Prozent zulegten, sanken die Auslandserlöse den Angaben zufolge um 2 Prozent. "Für KMU bleibt die Internationalisierung über die europäischen Grenzen hinaus eine große Herausforderung", sagt Zeuner.

KMU beschäftigen 68 Prozent der Erwerbstätigen

Mit dem Umsatzplus hat auch die Profitabilität leicht zugenommen: Die durchschnittliche Umsatzrendite der kleinen und mittleren Unternehmen erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Der Mittelstand bleibt zudem der wichtigste Jobmotor in Deutschland. Während 2014 in Großunternehmen und im öffentlichen Sektor rund 350 000 Menschen mehr beschäftigt waren als 2013, stieg die Zahl der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen um rund 509 000 auf 29,1 Millionen. "Die kleinen und mittleren Unternehmen tragen somit einen Anteil von 68,1 Prozent der Erwerbstätigkeit in Deutschland", heißt es in der KfW-Studie.

Titelbild KfW-Mittelstandspanel 2015
KfW-Mittelstandspanel 2015

Die Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Bildnachweis:industrieblick/Fotolia.com (oben), KfW (unten)