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10.10.2017 // TOP-THEMEN

Personalentwicklung – der vernachlässigte Erfolgsfaktor

In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fristet das Thema Personalentwicklung häufig ein Schattendasein. Viele Arbeitgeber haben zwar erkannt, wie wichtig es ist, das eigene Personal weiterzuentwickeln. Oft beschränken sie sich dabei aber auf Einzelmaßnahmen, die bestenfalls punktuell wirken. Doch es gibt auch für KMU Möglichkeiten, die Personalentwicklung strategisch aufzubauen und effektiver zu gestalten.

Megatrends wie die Globalisierung, die Digitalisierung von Arbeitsprozessen oder der demografische Wandel mit dem damit einhergehenden Fachkräftemangel sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen große Herausforderungen. Schon heute tun sich KMU besonders schwer damit, qualifiziertes Personal zu finden. Bleiben in großen Firmen mit über 250 Mitarbeitern gerade einmal 2 Prozent der Stellen dauerhaft unbesetzt, sind es in mittleren Betrieben schon 11 Prozent und in kleinen Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten sogar 23 Prozent, so das Ergebnis einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Umso wichtiger ist es für KMU, sich am Markt als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und in die Mitarbeiterbindung der bestehenden Belegschaft zu investieren.

Bedeutung der Personalentwicklung für den Unternehmenserfolg

Eine systematische Personalentwicklung ist in kleinen und mittleren Unternehmen jedoch vergleichsweise selten vorzufinden. Häufig mangelt es an Übersicht über die Kompetenzen, Qualifikationen, Leistungen und Potenziale der Beschäftigten. Personalentscheidungen trifft der Chef meist aus dem Bauch heraus. Dies kann leicht dazu führen, dass Mitarbeiter und Stelle nicht richtig zusammenpassen – mit gravierenden Folgen: Die Mitarbeiter sind zunehmend schwächer motiviert. Schlimmstenfalls wandern Leistungsträger ab, worunter beispielsweise der Kundenservice leidet. Mittel- und langfristig müssen Unternehmen zudem mit Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterbindung und bei der Personalgewinnung rechnen. Eine durchdachte Personalentwicklungsstrategie beugt solchen Fehlentwicklungen nachhaltig vor:

  • Gezielte Maßnahmen der Weiterbildung erhalten die Qualifikation der Arbeitnehmer auf der fachlichen, methodischen und sozialen Ebene. So bleibt das Unternehmen handlungsfähig.
  • Werden Arbeitnehmer konsequent weitergebildet und gefördert, haben sie häufig überhaupt kein Bedürfnis, den Arbeitgeber zu wechseln. Somit trägt die Personalentwicklung dazu bei, die Mitarbeiterbindung und die -zufriedenheit zu steigern.
  • Durch die Weiterqualifizierung können Stellen passgenauer besetzt werden – die Wahrscheinlichkeit von Fehlbesetzungen sinkt.
  • Die Vorbereitung des eigenen Nachwuchses im Rahmen der strategischen Personalentwicklung hilft zudem, die Folgen des Fachkräftemangels abzumildern.
Warum die Personalentwicklung in KMU oft nicht funktioniert

Die meisten Arbeitgeber wissen um die Bedeutung der Personalentwicklung für ihren Unternehmenserfolg, dennoch lassen sie dem Thema im Arbeitsalltag häufig nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit zuteilwerden. Ein Grund hierfür ist, dass viele Chefs die Personalentwicklung als "Fass ohne Boden" betrachten – und weniger als eine Investition in die Zukunft und in die Mitarbeiterbindung. Dem mangelnden Stellenwert entsprechend wird kein ausreichendes Finanz- und Zeitbudget für Weiterbildung zur Verfügung gestellt. In vielen kleineren Unternehmen kommt erschwerend hinzu, dass es keine Personalabteilung und damit kein Know-how für die professionelle Umsetzung der Personalentwicklung gibt. Auch das Seminarmanagement lässt vielfach zu wünschen übrig. Viele kleine und mittlere Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter zwar zu fachlichen Weiterbildungen, führen gesundheitsfördernde Maßnahmen durch oder veranstalten Führungskräfteseminare. Dabei handelt es sich jedoch meist um vereinzelte, punktuelle Maßnahmen – oft willkürlich ausgewählt und nur selten planvoll ausgeführt. Ein nachhaltiger Effekt kann auf diese Weise nicht eintreten. Dadurch wiederum sieht sich die Geschäftsleitung in ihrer Skepsis bestätigt.

Strategische Ausrichtung der Personalentwicklung

Um das Dilemma aufzulösen und eine effektive Personalentwicklung einzuführen, sollten KMU nicht länger auf unkoordinierte Einzelmaßnahmen setzen, sondern die Personalentwicklung an den Unternehmenszielen ausrichten. Hierbei hat sich eine strategische Vorgehensweise in den folgenden Schritten bewährt:

  1. Ist-Analyse der Ausgangslage
  2. Definition der Ziele der Personalentwicklungsmaßnahmen
  3. Ermittlung des Weiterbildungs- und Qualifizierungsbedarfs
  4. Planung, Organisation und Durchführung der Maßnahmen
  5. Sicherung des Wissenstransfers in die Praxis und Erfolgskontrolle
Softwareunterstützung in der Personalentwicklung: Der Weg zum systematischen Vorgehen

Die Einführung einer systematischen Personalentwicklung kann in kleinen und mittleren Unternehmen durch Softwareprodukte unterstützt werden, die den gesamten Prozess übersichtlich abbilden und dabei leicht zu bedienen sind. Die Software sollte beispielsweise Funktionen für die Planung, Durchführung und Dokumentation von Mitarbeitergesprächen, Leistungsbeurteilungen und Zielvereinbarungen enthalten. Dies spart im betrieblichen Alltag viel Zeit ein, stellt sicher, dass vereinbarte Zeiträume und Maßnahmen eingehalten werden, und überführt die bisherigen punktuellen Umsetzungsideen in einen langfristig angelegten, strategischen Prozess. Darüber hinaus empfiehlt sich der Einsatz eines EDV-gestützten Seminarmanagements, mit dessen Hilfe KMU die Weiterbildung der Mitarbeiter betriebs- und zielgruppengerecht planen und koordinieren können.

Informationen zum HS Seminarmanagement

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