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FN, FB: Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)

HS Finanzwesen, HS Finanzbuchhaltung

Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)

Die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist eine Form der Gewinnermittlung. Sie ist eine Gegenüberstellung von tatsächlich erhaltenen Betriebseinnahmen (Zuflussprinzip) und tatsächlich geleisteten Betriebsausgaben (Abflussprinzip). Das Ergebnis aus Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben stellt den Gewinn oder Verlust dar.

Gemäß § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) dürfen Gewerbetreibende ihren steuerpflichtigen Gewinn durch eine EÜR ermitteln, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:
  • Kein Eintrag im Handelsregister
  • Jahresumsatz unter 500.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 2016: 600.000 Euro)
  • Jahresgewinn unter 50.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 2016: 60.000 Euro)
  • Es werden keine Bilanzen auf freiwilliger Basis erstellt

Nach § 60 Abs. 4 EStDV ist der Steuererklärung eine Gewinnermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck beizufügen. (s.a. Bundesministerium der Finanzen – Anlage EÜR für das Jahr 2015). Dort wird die Summe der Betriebseinnahmen der Summe der Betriebsausgaben gegenübergestellt. Es gilt:
Gewinn/Verlust = Summe der Betriebseinnahmen - Summe der Betriebsausgaben

Die Betriebseinnahmen gliedern sich wie folgt:
  • umsatzsteuerpflichtige Betriebseinnahmen (Netto-Beträge)
  • umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen
  • Sachentnahmen
  • private Kraftfahrzeugnutzung
  • private Telefonnutzung
  • vereinnahmte Umsatzsteuer

Die Betriebsausgaben gliedern sich wie folgt:
  • Wareneinkäufe (Netto-Beträge)
  • bezogene Dienstleistungen (Netto-Beträge)
  • Personalaufwand (Gehälter, Löhne, SV-Leistungen)
  • Abschreibungen
  • Aufwendungen für Geringwertige Wirtschaftsgüter
  • Kfz-Kosten
  • Gewerbesteuer
  • bezahlte Vorsteuer
  • an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer

Die Buchungen nehmen Sie gemäß dem Geldfluss, d.h. mit Zahlungseingang oder -ausgang vor.

Beachten Sie, dass Sie mit dieser Vorbesetzung keine Forderungen und Verbindlichkeiten verwalten können. So ist es z.B, nicht möglich, eine Offene-Posten-Liste, Zahlungen oder Mahnungen zu erstellen.

Sie wollen eine Einnahmen-Überschussrechnung erstellen und Ihre Forderungen und Verbindlichkeiten verwalten?

Gesetzlich sind Sie zwar nicht verpflichtet, Forderungen und Verbindlichkeiten aufzustellen, mit der HS Finanzbuchhaltung und dem HS Finanzwesen ist es aber sehr einfach möglich. Und Sie können die OP-Verwaltung, das Mahnwesen und den automatischen Zahllauf nutzen:
  1. Legen Sie jeweils ein Bilanzkonto für die Gegenbuchung der Forderungen und Verbindlichkeiten an:
    • Bilanzkonto Forderungen aus LL
    • Bilanzkonto Verbindlichkeiten aus LL
  2. Beim Entstehen der Forderung bzw. Verbindlichkeit buchen Sie nicht gegen ein Erlös- oder Aufwandskonto, sondern gegen die eingerichteten Bilanzkonten Forderungen aus LL bzw. Verbindlichkeiten aus LL
  3. Beim Zahlungsein- bzw. -ausgang erstellen Sie jeweils 2 Buchungen:
    1. OP-Ausgleich
      Eingang einer Forderung: Bank/Kasse
      an Kunde
      Zahlung einer Verbindlichkeit: Lieferant
      an Bank/Kasse
    2. GuV-wirksame Umbuchung
      Eingang der Forderung: Bilanzkonto Forderungen aus LL
      an Erlöskonto mit Mehrwertsteuer
      Zahlung der Verbindlichkeit: Aufwandskonto mit Vorsteuer
      an Bilanzkonto Verbindlichkeiten aus LL

Beachten Sie: Geben Sie beim Buchen die Ausbuchungskonten manuell ein. Dies ist notwendig, weil die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten ohne Steuerschlüssel eingebucht werden.
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02.01.2017/mu - Dok.-Nr.: 14796

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