SEPA Lastschrift
Nov 24, 2016 // NACHRICHTEN

Deutsche Kreditwirtschaft ändert Datenformate für den SEPA-Zahlungsverkehr

Am 21. November 2016 ist SEPA 3.0 in Kraft getreten. Mit der neuen Version 3.0 zur Spezifikation der Datenformate für den SEPA-Zahlungsverkehr will die deutsche Kreditwirtschaft vor allem die Lastschriftverfahren vereinfachen.

Seit dem 1. August 2014 verarbeiten die Banken im SEPA-Raum (Single Euro Payments Area) ausschließlich SEPA-Dateien im Zahlungsverkehr. Die SEPA-Verfahren haben sich zwar bewährt, jedoch hatte sich in der Praxis vor allem bei den Lastschriftverfahren Optimierungsbedarf hinsichtlich der Datenschnittstellen gezeigt. Darauf hat die deutsche Kreditwirtschaft nun reagiert.

Anpassungen im SEPA-Lastschriftverfahren

Mit dem Inkrafttreten von SEPA 3.0 am 21. November 2016 gibt es neben der Firmenlastschrift (B2B) nur noch ein SEPA-Lastschriftverfahren (CORE). Die SEPA-Expresslastschrift (COR1) fällt weg – CORE übernimmt die Funktionen von COR1. Darüber hinaus verkürzt sich die bisherige Vorlaufsfrist von zwei bzw. fünf Bankarbeitstagen auf einen Tag. Dies gilt für den gesamten SEPA-Raum. Zur weiteren Vereinfachung trägt bei, dass mit SEPA 3.0 nicht mehr zwischen Erst- und Folgelastschriften unterschieden wird.

Laufzeit älterer Formate neigt sich dem Ende

Im Interesse eines reibungslosen Übergangs hat die deutsche Kreditwirtschaft den Banken und Sparkassen empfohlen, zumindest ein Jahr lang sowohl die vorherigen als auch die neuen SEPA-Formate zu akzeptieren. Die Formate 2.5 bis 2.9 werden demnach von den Instituten noch mindestens bis November 2017 angenommen und verarbeitet. Für das Format 2.4 besteht mit Inkrafttreten von SEPA 3.0 aber kein Annahmezwang mehr. Für Unternehmen, die noch SEPA 2.4 nutzen, könnte es nun schwierig werden, Lastschriften und Zahlungsaufträge automatisiert auf den Weg zu bringen. In diesem Fall empfiehlt es sich, schnellstmöglich die Hausbank zu kontaktieren. Sollte diese das Format 2.4 nicht mehr akzeptieren, muss das Unternehmen seinen Zahlungsverkehr umgehend auf SEPA 2.5 oder höher umstellen.

HS-Programme weiterhin SEPA-fit

Der Softwarehersteller HS weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Unternehmen mit den aktuellen Versionen seiner Programme zur Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung und Warenwirtschaft wie bisher SEPA-konform arbeiten können. Nach den nächsten Versionswechseln werden die Anwendungen automatisch auch das Format SEPA 3.0 unterstützen.

Ausführliche Informationen zur Spezifikation der SEPA-Datenformate
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