Geschäftsmann am Strand mit Laptop und Smartphone
Aug 30, 2016 // NACHRICHTEN

Work-Life-Blending: Berufstätige wünschen sich klare Regelungen zur Erreichbarkeit

Work-Life-Blending – das Verschwinden der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben – ist auf dem Vormarsch. Das flexible mobile Arbeiten hat jedoch nicht nur Vorteile, die ständige Erreichbarkeit für den Beruf kann auf die Gesundheit schlagen. Das geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hervor.

Der Anteil der Beschäftigten, die wegen der permanenten Erreichbarkeit nicht zur Ruhe kommen, sich schlecht erholen oder nicht gedanklich von der Arbeit lösen können, sei signifikant größer als bei Berufstätigen mit klar abgegrenzter Freizeit, heißt es in einer Studie der Initiative Gesund und Arbeit (iga). Der iga gehören neben dem Verband der Ersatzkassen die Gesetzliche Unfallversicherung, der AOK-Bundesverband und der BKK Dachverband an. Etwa ein Fünftel der Befragten gaben an, in ihren Schlaf- und Erholungszeiten beeinträchtigt zu sein. Rund ein Drittel fühlt sich im Familienleben und bei Freizeitaktivitäten gestört. Gut 60 Prozent der Befragten, die in der Freizeit beruflich erreichbar sind, wünschen sich daher gesetzliche oder betriebliche Regelungen für die Erreichbarkeit.

Partner und Familie leiden mit

Bei den Partnern der Berufstätigen ist der Leidensdruck laut der Studie noch höher. Etwa 83 Prozent sind für klare Regeln, fast 70 Prozent sprachen sich dafür aus, dass die Erreichbarkeit komplett wegfällt. Schon im ersten Teil der Studie aus dem Jahr 2013, für den Experten und Firmen befragt wurden, teilten alle Experten die Einschätzung, dass permanente Erreichbarkeit negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könne.

Die iga-Studie lässt sich als PDF kostenlos herunterladen. Außerdem hat das Bundesarbeitsministerium (BMAS) einen ebenfalls kostenlos erhältlichen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen zum zeit- und ortsflexiblen Arbeiten veröffentlicht.

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